Teilen

 
















Klagelieder 3

Diese Kapitel in anderen Übersetzungen
Luther 1912,  Elberfelder 1905,  Elberfelder 1871,  Luther 1545,  Schlachter 1951,  Textbibel,  Vulgate (Lateinisch),  King James(Englisch),  

oder ganz einfach drücken Sie "Übersetzungen" um die unterschiedlichen Übersetzungen parallel anzuzeigen bzw. vergleichen.
StelleNeue evangelische Übersetzung
1Ich bin der Mann, der gelitten hat / durch die Rute seines Zorns.
2Mich trieb er weg und ließ mich gehen / im Dunkeln, ohne Licht.
3Nur mich trifft seine Hand / immer wieder, jeden Tag.
4Er ließ meine Haut verfallen und mein Fleisch, / und er zerbrach mir meine Knochen.
5Mit Bitterkeit und Qual / umbaute und umgab er mich.
6In Finsternis ließ er mich wohnen / wie die Toten aus uralter Zeit.
7Er hat mich ummauert, ich komme nicht weg, / er hat mich in schwere Ketten gelegt.
8Auch wenn ich schrie und flehte, / er verschloss sich vor meinem Gebet.
9Mit Quadersteinen versperrt er meinen Weg. / Ich komme nicht mehr weiter.
10Wie ein Bär hat er mir aufgelauert, / wie ein Löwe im Versteck.
11Er hat mich vom Weg heruntergezerrt, / mich zerrissen und zerfleischt.
12Er spannte den Bogen und stellte mich hin, / benutzte mich als Ziel für den Pfeil.
13Die Geschosse seines Köchers / ließ er meine Nieren treffen.
14Die Leute meines Volkes lachten mich aus, / ihre Spottlieder hörte ich jeden Tag.
15Er machte mich mit Bitternissen satt / und ließ mich bitteren Wermut trinken.
16Er ließ meine Zähne auf Kiesel beißen / und trat mich in den Staub.
17Du hast mich aus dem Frieden verstoßen. / Ich habe vergessen, was Glück bedeutet.
18Ich sagte: "Meine Zukunft ist verloren, / auch meine Hoffnung auf Jahwe."
19Denke ich an mein rastloses Elend, / ist das wie Wermut und Gift.
20Doch immer wieder muss ich es tun / und bin schwermütig geworden.
21Doch das will ich mir zu Herzen nehmen, / darauf darf ich hoffen:
22Die Güte Jahwes ist nicht zu Ende, / sein Erbarmen hört nicht auf.
23An jedem Morgen ist es neu. / Deine Treue ist groß!
24Ich sage: "Alles, was ich habe, ist Jahwe!" / Darum hoffe ich nur auf ihn.
25Gut ist Jahwe zu denen, die auf ihn hoffen, / und zu dem, der seine Nähe sucht.
26Gut ist es, schweigend / auf die Hilfe Jahwes zu hoffen.
27Gut ist es für jeden, / schon in der Jugend ein Joch zu tragen.
28Er sitze einsam und still, / wenn man es ihm auferlegt.
29Er presse den Mund auf den Boden, / vielleicht gibt es noch Hoffnung.
30Er halte dem die Wange hin, der ihn schlägt, / und ertrage alle Demütigung.
31Denn nicht für immer / verwirft uns der Herr.
32Denn wenn er betrübt, / erbarmt er sich wieder / nach seiner großen Güte.
33Denn nicht aus Herzensfreude / fügt er Menschen Schmerz und Kummer zu.
34Dass man mit Füßen tritt / die Gefangenen im Land,
35dass man das Recht des Menschen / vor den Augen des Höchsten beugt,
36dass man irreführt im Prozess, / sollte der Herr das nicht sehen?
37Wer sonst spricht ein Wort, dass es geschieht? / War das nicht ein Befehl des Herrn?
38Kommt nicht aus dem Mund des Höchsten / das böse und das gute Geschick?
39Was beklagt sich der, der noch am Leben ist? / Seine Sünde sollte er beklagen!
40Wollen wir unseren Wandel erforschen, / und kehren wir um zu Jahwe!
41Lasst uns Herz und Hände / zu Gott im Himmel erheben!
42Wir haben gesündigt und dir getrotzt, / und du, du hast nicht vergeben.
43In Zorn gehüllt hast du uns verfolgt, / ohne Mitleid uns getötet.
44Du hast dich mit einer Wolke umhüllt, / kein Gebet kam mehr hindurch.
45Du hast uns zu Abfall gemacht / und zum Ekel für die Völker.
46Unsere Feinde reißen / das Maul gegen uns auf.
47Uns wurden Grauen und Grube zuteil, / Zusammenbruch und Untergang.
48Meine Tränen strömen wie Bäche, / weil mein Volk zugrunde ging.
49Meine Augen zerfließen in Tränen, / kommen nicht zur Ruhe,
50bis Jahwe vom Himmel / herunterschaut und es sieht.
51Was ich sehen muss, tut meiner Seele weh, / das, was den Töchtern meiner Stadt geschieht.
52Die grundlos meine Feinde sind, / jagten mich wie einen Vogel.
53In der Grube wollten sie mich töten / und warfen Steine auf mich.
54Das Wasser ging mir über den Kopf. / Ich sagte: "Jetzt bin ich verloren!"
55Da rief ich deinen Namen, Jahwe, / aus der Grube schrie ich zu dir.
56Du hörtest meinen Ruf: "Verschließ nicht dein Ohr / meinem Seufzen, meinem Hilferuf!"
57Als ich rief, kamst du in meine Nähe / und sagtest: "Fürchte dich nicht!"
58Du hast meinen Prozess geführt, Herr, / du hast mein Leben erlöst.
59Du sahst meine Entrechtung, Jahwe. / Verhilf mir doch zu meinem Recht!
60Du hast ihre Rachgier gesehen, / alle ihre Pläne gegen mich.
61Du hast ihr Schmähen gehört, Jahwe, / alle ihre Pläne gegen mich,
62ihr Gerede gegen mich, / und Tag für Tag all ihren Spott.
63Schau doch ihr Tun und Lassen an! / Ich bin ein Spottlied für sie.
64Vergelte ihnen Jahwe, / was sie mir angetan haben!
65Verblende sie, verwirre ihren Sinn! / Dein Fluch soll über sie kommen!
66Verfolge sie in deinem Zorn und rotte sie aus / unter dem Himmel Jahwes.







Copyright Information