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Hiob 9

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Luther 1912,  Elberfelder 1905,  Elberfelder 1871,  Luther 1545,  Schlachter 1951,  Textbibel,  Vulgate (Lateinisch),  King James(Englisch),  

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1Da gab ihm Hiob zur Antwort:
2"Gewiss, ich weiß, dass es so ist! / Wie könnte ein Mensch im Recht sein vor Gott?
3Hätte er Lust, sich mit ihm zu streiten, / könnte er ihm auf tausend nicht eines erwidern.
4Er hat ein weises Herz und große Kraft. / Wer trotzt ihm und bleibt unversehrt?
5Er versetzt Berge, / und sie merken es nicht, / in seinem Zorn stürzt er sie um.
6Die Erde schreckt er von ihrem Ort auf, / so dass ihre Säulen erzittern.
7Er spricht zur Sonne, dann strahlt sie nicht auf, / er kann sogar die Sterne versiegeln.
8Er allein, er spannt den Himmel aus, / schreitet auf den Wogen des Meeres.
9Er hat den großen Bären gemacht, / den Orion und das Siebengestirn / und alle Sterne des Südens.
10Er schafft so Großes, Unergründliches, / tut Wunder, die niemand mehr zählt."
11"Geht er an mir vorbei, ich sehe ihn nicht, / zieht er vorüber, ich bemerke ihn nicht.
12Reißt er weg, wer hält ihn zurück? / Wer darf ihm sagen: ‚Was machst du da?'
13Gott hält seinen Zorn nicht zurück, / unter ihm haben sich Rahabs Helfer geduckt.
14Wie könnte ich ihm Rede stehen, / meine Worte wählen vor ihm?
15Und wäre ich im Recht, / ich könnte ihm nichts erwidern. / Anflehen müsste ich ihn, meinen Richter.
16Rief ich und er gäbe mir Antwort, / ich könnte nicht glauben, dass er auf mich hört!
17Er, der mich im Sturm zermalmt, / meine Wunden grundlos vermehrt.
18Er erlaubt mir nicht, Atem zu schöpfen, / sondern füllt mich mit bitterem Leid.
19Fragst du nach Stärke: Schau da! / Und nach Recht: Wer lädt mich vor?
20Wäre ich auch im Recht, mein Mund würde mich verdammen, / wäre ich vollkommen, er beugte mich doch.
21Ich bin schuldlos, / ich sorge mich nicht, / ich verachte mein Leben.
22Es ist alles eins. Darum sage ich: / ‚Er bringt den Schuldlosen wie den Schuldigen um!
23Wenn die Geißel plötzlich tötet, / lacht er über die Verzweiflung der Unschuldigen.
24Er hat die Erde einem Schurken gegeben / und alle Richter blind gemacht. / Wenn nicht er, wer dann?'"
25"Schneller als Läufer jagen meine Tage davon, / sie fliehen und sehen kein Glück.
26Wie Schilfrohrboote gleiten sie vorbei, / wie der Sturz eines Adlers auf seine Beute.
27Wenn ich denke: ‚Ich will meine Klage vergessen, / ich blicke heiter, mach ein anderes Gesicht',
28dann graut mir vor meinen Schmerzen. / Ich weiß, du sprichst mich nicht frei.
29Ich soll eben schuldig sein. / Was mühe ich mich umsonst?
30Würde ich mich mit Schneewasser waschen, / meine Hände mit Lauge säubern,
31dann würdest du mich in die Grube tauchen, / dass selbst meine Kleider sich ekeln vor mir.
32Denn er ist nicht ein Mensch wie ich, / dass ich ihm antworten könnte, / und wir gingen miteinander vor Gericht.
33Kein Schlichter vermittelt zwischen uns, / und legt seine Hand auf uns beide.
34Er nehme seine Rute von mir weg, / sein Schrecken soll mich nicht mehr ängstigen.
35Dann kann ich reden und muss ihn nicht fürchten, / dann hätte ich dazu keinen Grund."







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