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Hiob 31

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Luther 1912,  Elberfelder 1905,  Elberfelder 1871,  Luther 1545,  Schlachter 1951,  Textbibel,  Vulgate (Lateinisch),  King James(Englisch),  

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1"Ich hatte einen Bund mit meinen Augen geschlossen. / Wie sollte ich da lüstern auf Jungfrauen blicken?
2Was wäre sonst mein Teil von Gott dort oben, / das Erbe vom Allmächtigen aus der Höhe?
3Wird den Ungerechten nicht Verderben treffen, / Missgeschick den Bösen?
4Sieht er nicht meine Wege / und zählt all meine Schritte?
5Bin ich je mit der Lüge gegangen, / eilte mein Fuß zum Betrug?
6Gott soll mich auf der Waage der Gerechtigkeit wiegen, / dann wird er meine Unschuld erkennen.
7Ist mein Schritt vom Weg abgebogen, / mein Herz meinen Augen gefolgt, / klebt ein Makel an meiner Hand:
8dann esse ein andrer, was ich säe, / dann werde meine Ernte vernichtet.
9Hat sich mein Herz zur Frau locken lassen, / habe ich an der Tür meines Nächsten gelauert:
10dann soll meine Frau für einen anderen kochen, / dann sollen andere schlafen mit ihr.
11Denn das wäre eine Schandtat, / eine Schuld, die vor die Richter gehört.
12Das wäre ein Feuer, das bis zum Untergang frisst, / es entwurzelt meinen ganzen Ertrag.
13Habe ich meinem Sklaven das Recht versagt / und meiner Sklavin, wenn sie gegen mich klagten?
14Was wollte ich tun, wenn Gott sich erhebt, / was ihm entgegnen, wenn er es untersucht?
15Hat nicht einer uns beide im Schoß gebildet, / nicht einer im Leib uns gemacht?
16Habe ich jemals den Armen einen Wunsch versagt, / ließ ich die Augen der Witwe erlöschen?
17Habe ich meinen Bissen allein gegessen, / dass das Waisenkind nichts davon abbekam?
18Von Jugend an zog Gott mich wie ein Vater groß, / und von Mutterliebe gelehrt habe ich die Waise geführt.
19Habe ich jemand umkommen sehen, weil er nichts anhatte, / und einen Armen, der ohne Decke war?
20Haben mich nicht seine Lenden gesegnet, / wenn er sich wärmte mit der Wolle meiner Schafe?
21Habe ich Elternlose bedroht, / weil ich Helfer im Tor hatte,
22dann soll die Schulter mir vom Nacken fallen / und mein Arm abbrechen vom Gelenk!
23Die Furcht vor Gottes Strafe schreckte mich ab, / vor seiner Hoheit wäre ich nichts.
24Habe ich mein Vertrauen auf Gold gesetzt, / das Feingold meine Zuversicht genannt?
25Habe ich mich gefreut, dass mein Vermögen umfangreich war, / dass meine Hand Gewaltiges schaffte?
26Habe ich gesehen, wie hell die Sonne leuchtet, / wie der Mond so prächtig dahinzieht,
27und hat mein Herz mich im Stillen verführt, / sie mit Kusshand zu verehren,
28dann wäre das eine Schuld, die vor die Richter gehört, / dann hätte ich Gott in der Höhe verleugnet.
29Freute ich mich über das Scheitern meines Hassers, / ergötzte es mich, als Böses ihn traf?
30Nein, ich erlaubte meinem Mund nicht die Sünde, / mit einem Fluch sein Leben zu fordern.
31Haben nicht meine Zeltgenossen gesagt: / ‚Wer wurde von seinem Braten nicht satt?'
32Der Gast blieb nicht über Nacht draußen, / meine Tür tat ich dem Wanderer auf.
33Habe ich wie Adam meine Sünde verdeckt, / meine Schuld in meiner Brust versteckt,
34weil ich die große Menge scheute, / die Verachtung der Sippe mich schreckte, / so dass ich schwieg und nicht zur Tür hinausging?
35Ach, hätte ich doch einen, der auf mich hört! / Hier ist meine Unterschrift! / Der Allmächtige antworte mir! / Hätte ich die Klageschrift meines Gegners,
36auf meine Schulter wollt' ich sie legen, / mir umbinden wie eine Krone!
37Jeden meiner Schritte würde ich ihm offen legen, / ihm nahen wie ein Fürst.
38Schrie mein Acker über mich, / weinten all seine Furchen?
39Hab' ich seine Frucht unbezahlt verzehrt, / seinen Besitzer umkommen lassen?
40Dann sollen Dornen wachsen statt Weizen, / Unkraut anstelle von Gerste!" Die Worte Hiobs sind zu Ende.







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